Kooperation zwischen der Dresden International University (DIU) und der VPT-Akademie

Was ist die Dresden International University (DIU)?

Schon heute fordert eine immer komplexer werdende Welt stetige Weiterentwicklung im beruflichen Alltag. Die demographische Entwicklung und die exponentielle Vermehrung des Wissens werden das Leben in Zukunft noch stärker prägen. Darüber hinaus ist heutzutage die berufliche Lebensplanung gekennzeichnet durch Phasen beruflicher Neuorientierung. Um mit diesen Entwicklungen Schritt halten zu können, sind innovative Wege in der wissenschaftlichen Weiterbildung notwendig, die auf die Faktoren dieser Veränderungen eingehen. 
Die Dresden International University (DIU) setzt sich mit diesen Entwicklungen aktiv auseinander und stellt sich mit einem breiten Fächerspektrum den vielseitigen Herausforderungen. Als staatlich anerkannte Privatuniversität mit Schwerpunkt in der akademischen Weiterbildung konzipiert sie interdisziplinäre Studiengänge, die Wissen praxisnah und bedürfnisorientiert vermitteln. Die Studiengänge an der DIU sind grundsätzlich berufsbegleitend organisiert. 
Ein entscheidendes Qualitätsmerkmal an der DIU sind die kleinen Studiengruppen, die eine individuelle Lernatmosphäre schaffen und Grundlage für einen intensiven Kontakt zwischen Studierenden und Dozenten sind. Rückfragen und Anmerkungen können direkt mit den Dozenten besprochen werden. Die Dozenten an der DIU schätzen diese unkomplizierte und symmetrische Kommunikation, da der Unterricht durch die Erfahrungen der Studierenden bereichert wird. Dadurch entstehen neue Perspektiven die notwendig sind, um den komplexen Anforderungen der Arbeitswelt qualifiziert entgegen treten zu können.

Die DIU wurde im April 2003 gegründet und wird von Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, ehemaliger Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, geleitet. 
Seit dem Herbst des vergangenen Jahres wurde eine Kooperation zwischen der DIU und der VPT-Akademie angestrebt. Seit Mai 2005 hat die DIU offiziell eine Außenstelle an der VPT-Akademie in Fellbach-Schmiden.
Begonnen hat die Kooperation mit der Ausbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM), die mit einer Prüfung und mit einem Zertifikat der DIU abschließt. 
Daraus erwuchs der Entschluß, an der VPT-Akademie einen Bachelor-Studiengang Physiotherapie und ab Mai 2006 auch einen Master-Studiengang Physiotherapie durchzuführen. 

Was bedeutet ein Bachelor und ein Master-Studiengang?

Die Einführung eines gestuften Studiensystems mit Bachelor- und Master-Studiengängen in Deutschland steht im Zusammenhang mit der Vereinheitlichung der Strukturen der Hochschulbildung in Europa. Entstehen soll ein Europäischer Hochschulraum, in dem Studenten und Hochschulabsolventen grenzüberschreitend studieren, forschen und arbeiten können. Bezeichnet wird dieses Vorhaben als Bologna-Prozeß, benannt nach dem Tagungsort, an dem 1999 die europäischen Bildungsminister die Weichen für diese Entwicklung stellten.
Die 29 Länder, die anfänglich das Bologna-Abkommen im Jahr 1999 unterzeichneten, sahen die Hochschulbildung in Europa als eine metaphorische Kluft. Ihre Verpflichtung war ein heldenhafter Sprung in dem Bemühen, diese Kluft zu überbrücken und Kohärenz zu schaffen, wo Chaos herrschte. Die Unterzeichner fanden ein Durcheinander an Hochschultiteln und Abschlüssen. So gab es Studiengänge mit einer Dauer von drei bis sieben Jahren. Weitere Diskrepanzen bestanden bei der finanziellen Unterstützung der Hochschulbildung durch staatliche Stellen. 
Die Bologna-Erklärung und die nachfolgenden Kommuniqués wurden inzwischen von 40 europäischen Ländern unterzeichnet. Die Unterzeichner-Staaten haben vereinbart, ihre Hochschulsysteme in Einklang zu bringen, um mehr Transparenz zu ermöglichen, die Mobilität zu erhöhen, die Qualität der Lehre zu erhöhen und die Verleihung von Abschlüssen überall in Europa zu rationalisieren. 
Die Einführung der Bachelor-Master-Progression anstelle des traditionellen europäischen Systems mit langen Studienzyklen ist das Kernstück der Erklärung von Bologna.
Alle europäischen Studierenden sollen in Zukunft zunächst einen Bachelor-Abschluß erhalten. Anschließend können sie entscheiden, ihr Studium im gleichen Fach an der gleichen Universität zu vertiefen, das Fach oder die Universität auf nationaler oder internationaler Ebene zu wechseln oder gleich eine Arbeit aufzunehmen. Alle Unterzeichner haben vereinbart, diese Änderungen bis 2010 umzusetzen. 
Die Schaffung einer europäischen Hochschullandschaft in den 40 Unterzeichnerländern stellt eine fundamentale Veränderung der Hochschulbildung dar. 

Situation in Deutschland: 

1999 hat die Kultusministerkonferenz länderübergreifende Strukturvorgaben für die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen beschlossen. Ziel dieser Vorgaben ist es u.a., klare und verläßliche Angaben über die Studiengänge in Deutschland und die Qualität der erreichten Abschlüße zu geben. 

Abschlüsse: 

Mit dem erfolgreichen Abschluß des Bachelorstudiums wird ein erster berufsqualifizierender Abschluß erworben; der Masterabschluß stellt einen weiteren forschungsqualifizierenden Abschluß dar. 
Der Mastergrad entspricht gegenüber den herkömmlichen Hochschulabschlüssen einem Diplom-oder Magisterabschluß an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule. 
Mit diesem System der gestuften Studiengänge und -abschlüsse wird ein wichtiger Schritt zur Internationalisierung der deutschen Hochschulen getan. International verständliche Abschlußgrade erleichtern die Integration deutscher Hochschulabschlüsse in ausländische Studien und Berufssysteme.

Stufungsmodelle: 

Bachelor- und Masterstudiengänge können in drei unterschiedlichen Stufungsmodellen angeboten werden: 
• Grundständig, d.h. der Studiengang wird an der Hochschule "nur" mit dem Abschluß Bachelor angeboten
• Konsekutiv, d.h. die Hochschule bietet einen Studiengang mit dem grundständigen Bachelorabschluß uind einem inhaltlich darauf aufbauenden Masterstudium an
• Nicht konsekutiv, d.h. ein Studiengang kann als Masterstudium auch dann durchgeführt werden, wenn die Hochschule keinen entsprechenden Bachelorstudiengang anbietet.

Zulassung: 

Bachelorstudiengänge sind grundständige Studiengänge und können daher mit den üblichen Hochschulzugangsberechtigungen aufgenommen werden. Wer beispielsweise die Fachhochschulreife besitzt, kann das Bachelorstudium an einer Fachhochschule beginnen,

Mit der allgemeinen oder einer fachgebundenen Hochschulreife (nicht zu verwechseln mit der Fachhochschulreife) stehen die Türen der Universitäten offen. 
Zulassungsvoraussetzung für Masterstudiengänge ist in jedem Fall ein erster berufsqualifizierender Abschluß (z.B. Bachelor, Diplom, Magister oder ein Staatsexamen).

Promotion:

Entsprechend einem Beschluß der Kultusministerkonferenz berechtigen Masterabschlüsse der Universitäten und der Fachhochschulen grundsätzlich zur Promotion; ein Eignungsfeststellungsverfahren findet nicht statt.

Modularisierung und Leistungspunktesystem: 

Ein ganz entscheidendes Strukturmerkmal der Bachelor- und Masterstudiengänge ist die konsequente Modularisierung der Studieninhalte und die Einführung eines studienbegleitenden Prüfungssystems, das die Studienleistungen in einem transparenten Leistungspunktesystem (Credit-Points) erfaßt. Damit soll den Studierenden eine flexible Studienorganisation und eine bessere Kontrolle des eigenen Studienerfolgs ermöglicht werden.
Die Module sollen die jeweiligen Stoffgebiete oder methodisch/theoretischen Komplexe in thematisch und zeitlich abgerundeten hierarchisch strukturierten Studieneinheiten zusammenfassen. 

Vorteile dieses Konzeptes sind insbesondere: 

 

  •  Lücken bei der Stoffbewältigung werden sehr früh sichtbar und können rechtzeitig geschlossen werden.
  • Meßbare Erfolgserlebnisse über den eigenen Studienerfolg geben Sicherheit und fördern die Studienmotivation.
  • Das System der Credit-Points fördert die Mobilität, indem die Studien- und Prüfungsleistungen an hochschulübergreifend gültigen Standards gemessen werden und so der Transfer bei einem Hochschulwechsel, auch ins Ausland, erleichtert wird.
  • Die Modularisierung des Lehrstoffs erlaubt eine flexible, an den eigenen Interessen, Studienerwartungen und Berufsabsichten orientierte Planung des Studiums. 
  • Sie bietet auch eine Voraussetzung, das Studium ggf. in Form eines strukturierten Teilzeitstudiums durchzuführen, wenn etwa persönliche Lebensumstände ein Vollzeitstudium dauernd oder zeitweise nicht zulassen.
  • Modularisierung ermöglicht eine flexiblere Anpassung des eigenen Ausbildungsprofils an sich wandelnde Anforderungen des Arbeitsmarktes.


Was bieten die Studiengänge der DIU und der VPT-Akademie:
Die DIU bietet in Zusammenarbeit mit der VPT-Akademie den konsekutiven Studiengang an, d.h. es können sowohl der Bachelorgrad als auch der darauf aufbauende Mastergrad erworben werden.

Grundüberlegungen: 

Das Ausbildungssystem Physiotherapie in Deutschland ist an eine Fachschule gebunden und beinhaltet nicht die Möglichkeit, einen Bachelorgrad zu erwerben.
Deshalb gibt es inzwischen bereits einige Angebote, den Bachelorgrad im Anschluß an die 3jährige Physiotherapieausbildung in einem Grundlagenstudium zu erwerben. 
Für die DIU und die VPT-Akademie war es ein Anliegen, dem Bachelorstudium von vornherein einen hohen, universitären Anspruch zu geben.
Inhalte des Studienganges sollen die Studenten in die Lage versetzen, im Anschluß sich für Führungspositionen an verschiedenen Institutionen bewerben zu können und internationalen Vergleichen standhalten zu können.
Übliche Weiterbildungen, die jedem Physiotherapeuten zugänglich sind (wie z.B. Manuelle Therapie, PNF, Bobath o.ä.) wurden bewußt nicht in diesen Studiengang aufgenommen. Sie können aber studienbegleitend belegt werden.
Der Aufbau des Bachelorstudiums ist modular.
Während des Bachelorstudiums (6 Semester) soll der Studierende fächerübergreifend theoretische Kenntnisse in den biomedizinischen und gesundheitsökonomischen Fächern erlangen.
Die Akademisierung der Physiotherapeutenausbildung durch diesen Studiengang ermöglicht die Vertiefung und Erweiterung physiotherapeutischer Kenntnisse um wissenschaftliche Methoden sowie Forschungsinhalte und Inhalte klinischer Studien. 
Daraus ergeben sich für die Teilnehmer dieses Studienganges Aufstiegs- und Karrierechancen in stationären Gesundheitseinrichtungen wie z.B. Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken und Pflegeheimen. Auch ambulant tätigen Physiotherapeuten eröffnen sich mit dieser Ausbildung Möglichkeiten, Kenntnisse z.B. zum Praxismanagement zu erwerben und diese erfolgversprechend einzusetzen. Damit ist konkret gemeint, daß die akademische Ausbildung von Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen das Ziel verfolgt, die Studierenden auf die veränderten Praxisanforderungen vorzubereiten. So soll zum einen auf das sich ändernde Krankheitsspektrum der Patienten vorbereitet werden, welches sich u.a. in der Zunahme chronischer Erkrankungen zeigt. Dies hat zur Folge, daß sich lebenslange funktionale Beeinträchtigungen auf die Lebensqualität auswirken. Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen müssen in der Lage sein, eine patientenorientierte Unterstützung zur Bewältigung der Erkrankungen bzw. Behinderung leisten zu können. Als wichtiger Punkt sei an dieser Stelle die Hilfe zur Selbsthilfe genannt. 
In diesem Kontext nehmen gesetzliche Anforderungen, Prävention, Qualitätssicherungsmaßnahmen und die Integration der Physiotherapie in den Behandlungsprozeß eine bedeutende Stelle ein. Zur Bewältigung der neuen Aufgaben sind Kenntnisse über systematische Dokumentation, gesundheitspolitische und gesundheitswissenschaftliche Zusammenhänge, aber auch soziale Kompetenzen Voraussetzungen. Auch die Konkurrenzfähigkeit im Wettbewerb mit anderen Leistungsangeboten der physiotherapeutischen Behandlungen im Gesundheitswesen muß durch die Dokumentation kommunizier- und belegbar sein. 

Dafür ist es wichtig, daß Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen durch eine akademische Ausbildung in der Lage sind, wissenschaftliche Untersuchungen, welche mit bisheriger Ausbildung kaum möglich sind, selbst durchzuführen oder deren Ergebnisse zu interpretieren. 

Der Aufbau des Studiums orientiert sich daran, ökonomische und physiotherapeutische Module zu kombinieren. Die im Bachelorstudium erworbenen Grundkenntnisse können später praxisnah im Masterstudiengang angewendet werden. 
Es war das Bestreben der DIU und der VPT-Akademie, hier einen Studiengang aufzubauen, der alle internationalen Forderungen erfüllt. Das Studium erfolgt über 6 Semester und beinhaltet 5400 Zeitstunden. Insgesamt sind 11 Module zu absolvieren, um im Anschluß daran die Bachelorarbeit anzufertigen. Von den Studieninhalten wird ein Teil im Selbststudium absolviert, der andere Teil erfolgt als Präsenzpflichtstunden an der VPT-Akademie bzw. der DIU Dresden. Pro Semester gibt es 2 Module, die jeweils gefüllt sind mit Vorlesungen, Fallstudienseminaren, Hauptseminaren, Exkursionen, Tutorien- und Expertengesprächen. Im letzten Semester findet zusätzlich ein siebentätiges Praktikum statt. 
Alle Fächer werden in Form von Klausuren bzw. mündlichen Prüfungen, Seminararbeiten sowie Fallstudien studienbegleitend geprüft und müssen erfolgreich abgeschlossen werden. Im 6. Semester erfolgt die Anfertigung der Bachelor-Arbeit. 
Das Studium kann berufsbegleitend absolviert werden. Durchschnittlich haben die Studenten 4-6 Tage pro Monat Präsenzpflicht. An diesen Tagen finden Vorlesungen von 9.00 bis 19.45 Uhr statt.
Leitprinzipien für die Erstellung des Curriculums waren hierfür die oben geschilderten Überlegungen zu den Aufstiegs- und Karrierechancen der Physiotherapeuten.
Ebenso war es wichtig festzulegen, daß Themen, die sich ein Physiotherapeut heutzutage in Deutschland ohne weiteres in der Weiterbildung zugänglich machen kann, in diesem Curriculum keinen Platz finden sollen.

Masterstudiengang Physiotherapie

Ziele des Masterstudienganges (4 Sem.)
Im Masterstudium soll der Studierende befähigt werden, wissenschaftliche Probleme und Fragestellungen zu erkennen und sachgerecht strukturiert darzustellen, sie mit wissenschaftlichen Methoden zu analysieren sowie selbständig multidisziplinäre Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Anhand der vermittelten wissenschaftlichen Methoden soll der Studierende in der Lage sein, physiotherapeutische Verfahren kritisch zu bewerten und wissenschaftlich zu bearbeiten. 
Der Aufbau wird ebenso wie beim Bachelorstudium modular sein (pro Semester 2 Module) und erfolgt ebenfalls berufsbegleitend. 

Zugangsvoraussetzung:

Zur Aufnahme in den Masterstudiengang Physiotherapie sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

 

  • erster berufsqualifizierender Hochschulabschluß ("B.Sc." im Studiengang Physiotherapie)
  • in einem optionalen Zulassungsgespräch bzw. anhand eingereichter Unterlagen ist der Nachweis von grundlegenden Kenntnissen auf dem Gebiet der Physiotherapie zu erbringen


Der Inhalt der einzelnen Semester hat folgende Schwerpunkte:

 

  • Wissenschaft und Forschung
  • Managementlehre
  • Praxismanagement und Praxisgründung
  • Klinische Studien und Sozialwissenschaften
  • Evaluationen


Anfertigung und Verteidigung der Master Thesis (Zeitraum: 4 Monate)
Der Abschluß erfolgt nach 4 Semestern mit erfolgreicher Disputation der Master-Thesis. Danach wird der akademische Grad "Master of Science" im Studiengang- Physiotherapie (M. Sc. im Studiengang Physiotherapie) verliehen. 
Der erste Masterstudiengang wird an der VPT-Akademie im Mai 2006 beginnen.

Die Module im einzelnen / Vorlesungsverzeichnis, PDF 50 KB