Therapie | Lift-off-Test

Das Schultergelenk ist ein muskelgeführtes Gelenk und besitzt kaum knöcherne Führung. Umso wichtiger ist, dass die Arbeit aller umgebenden Muskeln aufeinander abgestimmt ist und keine Disharmonie entsteht. Die Rotatorenmanschette ist an der Sicherung des Schultergelenks beteiligt. Der Lift-off-Test ist ein Assessment zur Beurteilung der schultergelenkumgebenden Muskulatur.

Hintergrund

Der Lift-off-Test – auch bekannt als Gerbers Test – wurde nach dem schweizer Arzt Christian Gerber benannt, der heute noch als Arzt im Fachbereich Schulter- und Ellenbogenchirurgie in der Universitätsklinik Balgrist in Zürich praktiziert.

Was wird untersucht?

Der von Gerber und Krushell (1991) beschriebene Test untersucht das Schultergelenk, genau genommen den M. subscapularis und gibt eine Ruptur bzw. Insuffizienz des Muskels an. 8 von 9 Patienten hatten bei einer Ruptur der Sehne einen positiven oder abnormalen Test. Greis et al. (1996) konnten mittels elektronischer Messtechnik die Aktivitäten der schultergelenkumgebenden Muskulatur darstellen. Die Ausgangsstellung ist beim Lift-off-Test entscheidend. Dadurch kann eine nahezu selektive Kontraktion im M. subscapularis ausgelöst werden.

Testablauf

Vor Beginn des Tests sollte geprüft werden, ob eine passive Innenrotation der Schultergelenke in 90° horizontale Abduktion möglich ist. Bei freier Rotation im Gelenk kann der Lift- off-Test durchgeführt werden.

Der Patient steht aufrecht.

Seine Hand wird nach hinten geführt, der Ellenbogen ist 90° gebeugt, sodass der Handrücken in Höhe der Lendenwirbelsäule aufliegt (Schürzengriff).
Der Patient wird gebeten, den Unterarm vom Lendenwirbelsäulenbereich abzuheben.
Die gleiche Bewegung wird gegen Widerstand des Therapeuten wiederholt.

Interpretation

Der Test wird als positiv bewertet, wenn der Patient in der Lage ist, den Arm ohne Schmerzen und sichtbar kräftig abzuheben. Als negativ wird der Test betrachtet, wenn der Patient seinen Arm nicht vom Rücken wegführen kann. Bei Teilrupturen oder Insuffizienz der Sehne kann es zur Abschwächung der Bewegung kommen.