Neue Diagnose Lipödem zum 1. Januar 2020

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Überarbeitung der Heilmittel-Richtlinie und die Neufassung des Heilmittelkatalogs beschlossen. Die Änderungen werden allerdings erst ab 1. Oktober 2020 praxisrelevant. Bis dahin müssen die neuen Vorgaben in die Verordnungssoftware, die von der KBV zertifiziert wird, implementiert werden. Allerdings gibt es eine Änderung, die bereits zum 1. Januar 2020 in Kraft tritt.

Mit Veröffentlichung  im Bundesanzeiger am 31.12.2019 wird  die Diagnose Lipödem auch ohne Vorliegen eines Lymphödems als Indikation für eine manuelle Lymphdrainage in die Heilmittel-Richtlinie aufgenommen. Bislang konnte MLD bei Lipödem nur verordnet werden, wenn zusätzlich ein Lymphödem diagnostiziert wurde. Dies ändert sich nun zum 1. Januar 2020.

KBV und GKV-SV haben sich zusätzlich verständigt, die Manuellen Lymphdrainagen unter die Regelungen des besonderen Verordnungsbedarfs (Download für Mitglieder) einzuordnen. Die Kosten für die Verordnung des Heilmittels werden somit nicht bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung berücksichtigt. Die Aufnahme in die Diagnoseliste ist zunächst bis zum 31.12.2025 befristet. Bis dahin sollen erste Ergebnisse aus der Erprobungsstudie zur Liposuktion vorliegen, aus der Erkenntnisse zum Nutzen der konservativen Behandlung abgeleitet werden sollen.