Kein Konsens bei Formular Heilmittelverordnung - KBV verwirrt über Verhandlungsstand

War es nur ein Versehen? Oder ein Versuchsballon? Fakt ist: Es gibt keinen Konsens über das neue Formular für die Heilmittelverordnung, das zum 1. Oktober 2020 eingeführt wird. Die von der KBV am 16.01.2020 veröffentlichte Fassung ist lediglich ein gemeinsamer Vorschlag der KBV und des GKV-Spitzenverbandes. Dier Vorschlag bleibt weit hinter den Anforderungen der Praxis zurück, denn er schafft neue Bürokratie, obgleich Bürokratieabbau mehr als überfällig ist.

Das TSVG hat den Auftrag an den GKV-Spitzenverband, die KBV und die maßgeblichen Heilmittelverbände erteilt, die Rahmenbedingungen für die Heilmittelversorgung neu zu gestalten, und zwar auf Augenhöhe. Dies hat wohl noch nicht jeder verstanden. Anders lässt sich nicht erklären, dass der Verordnungsentwurf (!) erstmals vorsieht, dass auch die Behandler die Therapieleistungen quittieren sollen. Dies bedeutet 200 Mio. neue Unterschriften, also ein abwegiger Gedanke. Dem gegenüber fehlen Angaben zur Anzahl und Frequenz usw.

Dennoch: Die Verhandlungen der maßgeblichen Verbände über die Rahmenverträge, bei denen auch der neue Verordnungsvordruck konsentiert werden soll, laufen konstruktiv. Warum die KBV hier gut 8 Monate vor dem Stichtag 01.10.2020 quer schießt, kann nur vermutet werden. Es ist ein untauglicher Versuch, Unruhe in die Branche zu bringen.